TV Freyung Tischtennis

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Hanno

Die Geschichte der Abteilung

geschrieben von Albert Grünzinger - * 21 November 1942 † 8 Juni 2010
Mit Ihm geht ein Stück Tischtennis-Geschichte ...

Im Jahre 1950, als der Turnverein Freyung - Wolfstein nach den Wirren des 2.Weltkrieges zu neuem Leben erweckt wurde, kam es zur Gründung der Sparte Tischtennis. Als erster Abteilungsleiter erscheint ein sportliches Multitalent (auch im Fußball und Schach ein Mann der ersten Stunde!), das in der Folgezeit zu den Freyunger Spitzenspielern an der grünen Platte zählen sollte - Rudolf Kittel.

Noch gab es keinen Punktspielbetrieb. Eine nicht vorauszusehende positive Entwicklung begann, als bei der Generalversammlung am 01.12.1951 unter Punkt "Wünsche und Anträge" die Wiederaufnahme der Abteilung Tischtennis erfolgte und als Spartenleiter der damals 19-jährige Walter Rabenbauer gewählt wurde. Dieser junge Mann sollte sich als ein Glücksgriff für den Freyunger Tischtennissport erweisen, den er als Motor und Seele der Sparte, mit einer Unterbrechung in den Jahren 1959 - 1964, bis 1975 prägte.

Am 16.01.1952 wurde mit dem regelmäßigen Mittwochstraining begonnen, ein weiterer Spielabend war, wie die "Freyunger Waldpost" meldete, für donnerstags abends angesetzt, da die Abteilung bis zum Vorhandensein eines zweiten Tisches in zwei Parteien spielen muss. Diesen zweiten "hochwertigen neuen Tischtennistisch" stellte der Kreisjugendring Wolfstein mit Schreiben am 26.03.1952 zur Verfügung, wobei erwartet wurde dass der Tisch "schonendst" behandelt wird. Dafür erfolgte die Verleihung kostenlos auf unbestimmte Zeit. So wurde nun eifrigst ab 19.30 Uhr in der Turnhalle (Stadthalle) trainiert, ehe die "Freunde und Gönner dieses Sports" in der Presse mit der bangen Schlagzeile "Wird die Freyunger Tischtennis-Staffel die Feuertaufe bestehen?" auf das erste Freundschaftsspiel am 26.04.1952 gegen die "überall beliebteste Tischtennismannschaft des TSV Waldkirchen" hingewiesen werden konnten. Waldkirchen, bereits mit Spielpraxis in der " Bezirksliga 4, Passau", siegte mit 11:5. Zur Erläuterung: Damals gab es in Bayern nur vier Spielklassen (Bezirksliga - Kreisliga(!) - Landesliga - Oberliga). Weitere Freundschaftsspiele gegen TV Haus (9:3), TV Hauzenberg (9:2) und SV Perlesreut (9:4) folgten. Gegen Perlesreut traten die siegreichen Gastgeber übrigens erstmals in einheitlichen Dressen (a DM 4,90!!) auf. Dies wurde von der Presse folgendermaßen gewürdigt: "Mit ihren neuen Trikots mit blauweiß gesticktem Brustwappen hinterlässt die Freyunger Mannschaft auch in repräsentativer Hinsicht überall einen guten Eindruck."

Am 19.09.1952 begann die erste Freyunger Mannschaft mit Rudi Kittel, Willi Hnatek, Walter Rabenbauer, Walter Strasser, Siegfried Weber und Karl Gmeinwieser ihre erste Punktespielsaison in der Bezirksliga 4, Passau.

Von Jahr zu Jahr wurden bessere Platzierungen erreicht, so dass man es im Jahr 1954 wagen konnte, zu den Punktespielen 30 Pfennig Eintritt zu erheben. Die zunehmende TT-Begeisterung in unserer Region erreichte ihren Höhepunkt, als es Walter Rabenbauer gelang, das Tischtennis Idol der 50-er Jahre, den erst 17-jährigen, aber bereits zweifachen Deutschen Meister, Conny Freundorfer, für den 21.08.1954 zu seinem ersten Schaukampf in Niederbayern zu verpflichten. An die 250 Zuschauer waren begeistert von seiner Spielkunst, sowie den Leistungen des deutschen Exmeisters Walter Than und der niederbayrischen Spitzenspieler Toni Rohrmeier (TTC Straubing) und Jack Alkofer (RT Regensburg). Conny Freundorfer, der am 08.05.1988 tödlich verunglückte, errang von 1953 bis 1961 neun deutsche Meistertitel im Einzel in Folge! und war Dritter der Europameisterschaft 1960. Er wird auch in Freyung unvergessen bleiben. Nach drei Jahren Bezirksliga gelang der Aufstieg in die damals höchste niederbayrische Spielklasse, die Kreisliga Niederbayern, wo man gegen so renommierte Mannschaften wie TTC Fortuna Passau und TTC Plattling antrat. Bedingt durch die Auflösung der Bezirksliga Passau, also des Unterbaus für die Spieler der zweiten Mannschaft, sowie das Ausscheiden (Rusin und Schmidhuber) war die Spielerdecke immer dünner geworden und der zu erwartende Abstieg aus der Kreisliga vorprogrammiert, so dass es Walter Rabenbauer am Ende der Saison 1957/58 vorzog, die Mannschaft vom Spielbetrieb abzumelden und sein Amt als Abteilungsleiter, auch aus beruflichen Gründen, zur Verfügung zu stellte. Ein Jahr blieb seine Position unbesetzt, ehe in den Jahren 1959 - 1960 Heinrich Schmidhuber, 1961 - 1962 Franz Rank und 1963 Rudolf Wagner als Abteilungsleiter fungierten. In diese Zeit fällt der erneute Aufstieg. In der nun umbenannten Bezirksliga Niederbayern spielten 1962/63 als Stammspieler für den TV Freyung: Günther Pettendorfer, Fritz Simeth, Walter Strasser, Albert Grünzinger, Siegfried Fuchs und Heinrich Schmidhuber.

1964 kam der Punktespielbetrieb erneut zum Erliegen.

1965 fand sich kein Abteilungsleiter, aber Walter Rabenbauer leitete als kommissarischer Übungsleiter die Trainingsabende, die zunehmend besser besucht wurden.

1966 stellte sich Walter Rabenbauer erneut als Abteilungsleiter zur Verfügung und von nun an ging es bergauf. Beruflich oder durch die Bundeswehr nach Freyung gekommene Routiniers aus anderen Vereinen ergänzten das noch aus ruhmreicheren Tagen vorhandene Freyunger Spielerpotential. So Franz Wagner (DJK Sportbund Straubing), Siegfried Kübler ( von 1954 - 1964 FT Jahn Landsberg, 1964/65 Meister der 2.Bezirksliga West mit dem TV Dingolfing) und das Freyunger Eigengewächs Albert Grünzinger (Rückkehrer von der TS Jahn München). Zu Saisonbeginn 1967/68 wurden nicht nur zwei Herrenmannschaften, sondern auch eine Damenmannschaft für die Kreisliga Bayerwald gemeldet. Als Neuling belegte TV Freyung I überlegen mit 32:0 Punkten und 112:13 Spielen Rang 1 vor dem FC Edenstetten und TSV Regen II (beide 18:14) mit den Spielern S. Kübler, A. Grünzinger, S. Fuchs und dem unvergessenen, viel zu früh verstorbenen Josef Binder, während Freyung II mit Franz Wagner, Walter List, Herbert Scherer, Walter Rabenbauer, Erich Irlesberger und Fritz Irlesberger mit 12:20 Punkten Rang 8 erreichte.

1967/68 TV Freyung I: Meister der Kreisliga Bayerwald mit 32:0 Punkten und Aufsteiger in die 2.Bezirksliga Ost

Die ohne viel Spielpraxis gestarteten Damen (Edna Spitzenberger, Hilde Grünzinger, Roswitha Graf, Helga Friedl, Hannelore Fenzl, und Brigitte Kern) belegten erwartungsgemäß mit 0:12 Punkten nur den 4. und letzten Platz, was sich in den folgenden Jahren entscheidend ändern sollte.

Der Aufstieg der ersten Herrenmannschaft in eine der drei Zweitligen Niederbayerns, damals in die neugegründete, nur ein Jahr bestehende 2. Bezirksliga Ost, war von zwei positiven Aspekten begleitet. Einmal konnte das Team durch die spielstarken Bundeswehrangehörigen Bernd Röscher (Limburg/Lahn) und Karl-Heinz Kockmeier (BV 04 Düsseldorf), wenn auch nur für die Vorrunde 1968/69, wesentlich verstärkt werden, zum anderen gelang es Walter Rabenbauer, seine Sparte in der Turnhalle der neuen Grundschulturnhalle am Oberfeld unterzubringen, wo die Abteilung heute nach 25 Jahren immer noch ihr sportliches Domizil hat. Sicher ein Beispiel für Kontinuität und Beharrlichkeit, was sich auch in der Tatsache zeigt, dass sich der TV Freyung I über den gleichen Zeitraum, mit Ausnahme der Spieljahre 1973/74 (1.Bezirksliga), 1975/76 und 1976/77 (1.Kreisliga Bayerwald), sowie 1978/79 (3. Bezirksliga Süd/Ost) in der 2. Bezirksliga etablierte, die von 1969 – 1983 als 2. Bezirksliga Ost geführt und aus den Vereinen der Kreise Bayerwald und Passau/Rottal gebildet wurde, während sie nach der Gebietsreform (ab September 1983) die Bezeichnung 2. Bezirksliga Süd erhielt und bis heute Teams der Spielkreise Passau und Rottal umfasst. Im Zeitraum von 1969 bis `92 wurde in der 2. Bezirksliga vier Mal die Vizemeisterschaft errungen (´73, ´81, ´82, ´84), drei Mal der dritte Rang erkämpft (´88, ´89, ´92), vier Mal der vierte (´69, ´71, ´80, ´83), zwei Mal der fünfte (´72, ´85), zwei Mal der sechste (´87, ´91), zwei Mal der siebte (´70, ´86), zwei Mal der achte (´78, Abstieg, ´90) und ein Mal der neunte (´75, Abstieg) Tabellenplatz eingenommen. Ausnahmen bestätigen die Regel.

Die Rühmliche ergab sich im Spieljahr 1972/73, als zwar nur punktgleich mit DJK Passau West (je 23:9) der zweite Rang erreicht wurde, aber der Aufstieg in die 1. Bezirksliga in einem Entscheidungsspiel der Punktgleichen (in Röhrnbach 9:4 für TV Freyung) gelang, da der Meister Post SV Passau verzichtete und sich wenig später auflöste.

Die Freyunger Akteure des Aufstiegsdramas waren: Emil Weber, Siegfried Kübler, Siegfried Fuchs, Albert Grünzinger, Franz Polland und Fritz Simeth. Eine ähnliche Konstellation ergab sich nach einem Jahr Niederbayernliga:

Die punktgleichen Tabellenneunten TV Freyung und TuS Pfarrkirchen II (je 7:29) mussten zu einem Entscheidungsspiel um den Klassenerhalt antreten. Ergebnis 9:3 für Pfarrkirchen, die 2. Bezirksliga hatte uns wieder.Emil Weber kehrte wieder zu seinem Stammverein TSV Spiegelau zurück, Siegfried Fuchs zog aus beruflichen Gründen nach Württemberg. So führte der vorprogrammierte Abstieg zurück in die 1. Kreisliga (die 3. Bezirksligen wurden erst 1978/79 eingeführt).Im 2. Anlauf wurde dann mit 35:1 Punkten von folgenden Spielern der Wiederaufstieg geschafft: Kübler, Grünzinger, Weber, Simeth, Wagner, Fuchs (wieder kurzzeitig in Freyung) und den Jugendlichen Rudi Veitl und Rainer Putz als Ersatz. Also wieder 2. Bezirksliga. Für wie lange? Eine Saison! Zwei Gründe: Franz Wagner, mittlerweile Realschullehrer, wurde nach Rottenburg versetzt, Siegfried Fuchs zog endgültig nach Württemberg. Dazu ein tragisches Geschehen: Am 16.09.1977 verstarb, einen Tag vor seinem 45. Geburtstag, Emil Weber, unser langjähriger Spitzenspieler und dreifacher Stadtmeister in der Herrenklasse I, an den Folgen eines Herzinfarktes. Er wird den älteren Sportkameraden als Inbegriff eines leidenschaftlichen Sportlers in Erinnerung bleiben. 1978 also wieder Abstieg. Diesmal auch sofortiger Wiederaufstieg mit 32:2 Punkten und den Spielern Kübler, Grünzinger, Veitl jun., Putz, Bartmann und Preuß.

1979 bis (zumindest!) 1993 wurde und wird nun die 2. Bezirksliga gehalten, trotz Abwanderung gerade der besten Spieler (Rückrunde 1984/85) Rudi Veitl zum Bayernligisten TTC Fortuna Passau, 1986 Josef Bartmann zum Erstbezirksligisten TS Jahn München, 1989 Rainer Putz zum SSV Freiburg, 1992 Martin Kübler zur TG Vilshofen.

Wie verhängnisvoll jedoch der fehlende Unterbau (als Reservoir für die Spitzenmannschaften, wie auch als erstes Erfahrungsfeld im Erwachsenensport für talentierte Jugendliche) wirken kann, beweisen die Spieljahre 1957/58 und 1985/86 zur Genüge. Erfreulicherweise hat es seit 1967 im TV Freyung bis auf die Spieljahre 1987/88 und 1988/89 immer eine zweite Herrenmannschaft gegeben, die bis 1974/75 der 1. Kreisliga Bayerwald angehörte, dann vier Jahre in der 2. Kreisliga spielte, ehe nach dem Wiederaufstieg im Jahre 1979 die höchste Spielklasse des Kreises Bayerwald bis zur Eingliederung in den Spielkreis Passau / Freyung 1983 behauptet werden konnte. Diese Eingliederung der Vereine des Landkreises Freyung / Grafenau in den neu geschaffenen Spielkreis Passau / Freyung erfolgte für den Einzelspielbetrieb ab Januar 1983, für den Mannschaftssport ab September 1983. Beim letzten Kreistag des Kreises Beyerwald für den TV am 06.05.1983 in Bischofsmais wurden Walter Rabenbauer (15 Jahre Kreisschiedsgerichtsvorsitzender) und Siegfried Kübler (1972 – 1976 Kreisjugendwart, 1976 – 1983 Spielleiter der 2. und anschließend der 1. Kreisliga Herren) durch den stellvertretenden Kreisvorsitzenden des BLSV- Kreises Regen, Herrn Stecher, mit der BLSV- Verdienstnadel in Silber ausgezeichnet. Walter Rabenbauer stellte also auch über die Zeit seines Wirkens für den TV Freyung hinaus seine Erfahrung und Arbeitskraft in den Dienst der Tischtennisgemeinschaft. 1975 hatte er die Sparte an Albert Grünzinger übergeben, der seine Tätigkeit seit 1967 mit großem Einsatz als stellvertretender Abteilungsleiter begleitet hatte. Von 1975 – 1985 führte Albert Grünzinger die Sparte mit Siegfried Kübler, dem bisherigen Jugendleiter, als Stellvertreter. 1985 nahmen beide, auf Wunsch von Grünzinger, einen Ämtertausch vor.

1986/87 beginnt eine Blütezeit der Abteilung mit dem Zugang neuer und engagierter Spieler wie Heinz und Marcus Lang, Max Hirtreiter, Günther Aigner, Horst Rieger, Erich Irlesberger usw.

Die Küblers stellen das Rückrad der ersten Mannschaft. So spielten 1992/93 neben Albert Grünzinger und Werner Rodler zeitweise in dieser Kübler-Ära vier Küblers in der 1. Herrenmannschaft. Neben Papa Sigi die Söhne Martin, Wolfgang und Robert.

Wie in den Jahren vor 1993 musste die Abteilung leider immer Spielerabgänge verzeichnen. In der Hauptsache standen Stammspieler – vor allem aus der ersten Mannschaft wegen Aufnahme eines Studiums oder aus beruflichen Gründen nicht mehr zur Verfügung.

Hervorzuheben ist aber, dass uns seit Jahrzehnten immer Spieler, obwohl sie in München oder Regensburg studierten oder arbeiteten, die Treu hielten und stundenlange Autofahrten auf sich nahmen, um am Wochenende für ihren TV zu spielen.

Danke all diesen idealistischen und sportlichen Vorbildern!

Obwohl uns in den letzten Jahren immer wieder unsere besten Spieler verlassen mussten, ist es immer wieder gelungen, Dank der vorbildlichen Jugendarbeit unserer Betreuerinnen und Betreuer, Siegfried Kübler, Rudi Veitl jun. und seit 1982 ohne Unterbrechung Albert Grünzinger die Lücken duch eigenen Nachwuchs zu schließen. Aus diesem Grund konnte bis ins Jahr 2000 von der 1. Herrenmannschaft die 2. Bezirksliga Süd gehalten werden. Die Spielstärke der Mannschaft hat sich laufend verbessert, die 2. und 3. Herrenmannschaft wurden mehrmals Meister und schafften den Aufstieg in die 3. Bezirksliga bzw. 1. Kreisliga

Der krönende Abschluss zu Jahrtausendwende: 5 Herrenmannschaften in der Tischtennisabteilung des TV Freyung!